Dr. Peter Michael Stöger, Facharzt für Dermatologie und Venerologie


Nagelpilz (Onychomycose)

Vorkommen

ca 25% aller 40-jährigen,
ca 40% aller älteren Personen betroffen,
Zehennägel häufiger als Fingernägel befallen.

Ursache

Zugrunde liegend ist meist ein langfristig geschädigtes, vermindertes = verlangsamtes Nagelwachstum (= Onychodystrophie) - auf dem sich ein "Pilz " leicht einnisten kann...

a) durch Einflüsse von aussen:

  • nach Verletzung ("Kasten draufgefallen", in die "Türe eingeklemmmt"..),
  • Tragen enger Schuhe (z.B.Stöckelschuhe),
  • Sport (Fußballerzehe, Bergschuhe-Bergabgehen, Tennis...).

Dieses verlangsamte Nagelwachstum findet sich deshalb meist an der Großzehe und an der Kleinzehe.
Die Nagelwachstumszone "vergisst nichts" und wird deshalb - auch mit zunehmendem Alter - immer schwächer in der Produktion von frischem Nagelmaterial,
wird deshalb auch immer anfälliger für einen Pilzbefall...

b) durch Einflüsse von innen:

  • angeboren,
  • Psoriasis (Schuppenflechte),
  • Ekzeme - Neurodermitis, etc.

Bedeutung

Ein Nagelpilz ...

ist keine Folge eines einmaligen Schwimmbad- oder Saunabesuches,
auch meist nicht von ihrem Ehepartner auf Sie übertragen worden,
wird in der Badewanne nicht auf Mitbadende vervielfältigt,
ist primär keine Gefährdung für ihre Gesundheit,
greift bei normaler Abwehrlage nicht auf innere Organe über
und befällt nicht Ihren gesamten Körper,
verhindert nicht, daß Sie 120 Jahre alt werden...

ist aber...

  • kosmetisch störend,
  • führt oft zu Nagelverdickungen mit möglichen Folgen (Schmerzen, eingewachsener Nagel, Nagelbetteiterungen, schlechtes Wachstum durch Druck im Schuh...)
  • greift manchmal auf die Haut der Zwischenzehenräume und Fußsohlen über und kann zu Rißbildungen in der Haut führen. Diese Risse können wiederum die Eintrittspforte für bakterielle Infektionen (Rotlauf = Erysipel) sein, die gefährlich sind.

Diagnose

Verwechslungen mit Ekzemen und Schuppenflechtenägeln (Psoriasis) sind häufig und führen oft zu unnützen, monatelangen Tablettenkuren.
Ein Dermatologe / Dermatologin wird Ihnen eine Probe zur Mikroskop- und Kulturuntersuchung abschaben / vom Nagel entnehmen
und mögliche zugrundeliegende Nagelwachstumsstörungen beurteilen (s.o.).

Behandlung

Vorbeugung: Trockenhalten (Sockenwechsel, luftdurchlässige Schuhe), trocken fönen nach dem Brausen ("wenn der Fön blast, wachsen auch im Wald keine Schwammerl!!"), Pilzcremes / - Lösungen / - Schampoos.

Lokalbehandlung und Tablettenkuren:

Ihr Hautarzt wird Sie über Sinnhaftigkeit und Dauer möglicher Kuren informieren.
Vermeiden von Rißbildungen, Nagelverdickungen, bakteriellen Infektionen -- vor allem bei schlechter Durchblutung, Diabetes, Immunschwäche.
Behandlung des ordinären "Fußpilzes" zwischen den Zehen zur Vermeidun von Erysipel (=Rotlauf) wichtig.

letzte Aktualisierung: 17.07.2019

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